News
AMS Stegersbach - Schikane
AMS Missachtet VWGH Urteil
AMS - Arbeitsmarktservice - JETZT REICHT`s! umstrittenes Programm
ARBEITSLOSE Trotz Verbot durch ein Urteil in höchster Instanz zwingen Berater des Arbeitsmarktservice Arbeitslose in ein umstrittenes Programm.
AMS herzkrankem Mann als Bodyguard
AMS empfiehlt herzkrankem Mann Job als Bodyguard
Umfrage
Umfrage zum Tehma Sind auch Sie ein Mobbing - Opfer des AMS
Opfer will jetzt klagen
Opfer will jetzt klagen Das ist Körperverletzung!
Login
Werbung
Shortnews
ARBEITSLOSE Trotz Verbot durch ein Urteil in höchster Instanz zwingen Berater des Arbeitsmarktservice Arbeitslose in ein umstrittenes Programm.
Sie tauschen sich über Internetforen und Websites aus. Arbeitslose, die
auf das Arbeitsmarktservice (AMS) sauer sind. So schreibt "Anonym" am
29. Juni 2006 in das Gästebuch von www.soned.at und www.anti-ams.net:
"Ich war heute beim AMS. Ich bat meine Betreuerin, mich aus dem Kurs
Phönix zu nehmen. Sie meinte, dass die Teilnahme Pflicht ist. Ich
fragte, ob sie sich sicher ist, dass ich hingehen muss. Sie meinte ja,
sonst gibt's kein Geld."
Immer wieder taucht der Name "Phönix" auf. Bei diesem Projekt schiebt
das AMS unter Androhung von Sanktionen die Problemfälle an private
Unternehmen ab, die mit entmündigenden Methoden und extremem Druck
versuchen, die Arbeitslosen wieder ins Erwerbsleben einzugliedern.
Zielgruppe von Phönix sind etwa 1700 Wiener. "Es handelt sich um
schwerst vermittelbare Langzeitarbeitslose. Die sind teilweise schon
zehn bis zwanzig Jahre ohne Job. Manche sind obdachlos", sagt Hans-Paul
Nosko, der Pressesprecher des Arbeitsmarktservice Wien "Die aufsuchende
Vermittlungsarbeit wird von vielen als Psychoterror empfunden. Diese
kommt einer Verfolgung gleich - Hausbesuche zu unangebrachten Zeiten,
Telefonbelästigung, und sie gipfelt in der Befragung der Nachbarn",
beschreibt Christian Moser, Obmann der Arbeitsloseninitiative
"Arbeitslosensprecherin" das Programm. Bei der "aufsuchenden
Vermittlung" kann es durchaus vorkommen, dass Betreuer plötzlich vor der
Wohnung stehen. Außerdem werden die Arbeitslosen zu
Bewerbungsgesprächen begleitet, und auch die werden zum Teil von den
Betreuern geführt. Den Arbeitslosen wird seitens der Firmen auch
mitgeteilt, dass sie jederzeit erreichbar sein müssten. "Wenn sie nicht
mitarbeiten, kann es sein, dass um fünf Uhr früh oder elf Uhr abends
jemand an der Tür läutet", sagt Moser.
Wie der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) schon im Jänner entschieden hat,
dürfen Arbeitssuchende nicht zur Teilnahme an solch einer "aufsuchenden
Vermittlung" unter Androhung von Sanktionen gezwungen werden. Das
Gericht qualifizierte solche bewährungshelferähnlichen Maßnahmen als
"Eingriffe in das Privatleben Arbeitssuchender". Nach Auffassung des
VwGH ist ein Stopp der Notstandshilfe oder die Drohung damit jedenfalls
rechtswidrig. Trotz Erkenntnis wird im AMS allerdings weiter gemacht wie
bisher.
"Sie müssen daran teilnehmen, sonst gibt es keine Notstandshilfe mehr",
musste sich Frau C. aus Wien von ihrer Beraterin anhören. Im vergangenen
Juni - fast sechs Monate nach dem Urteil. "Wenn man keine Ahnung von
der Rechtslage hat, überreden einen die Berater immer noch unter
Androhung von Sanktionen", schildert Frau C, die im April 2003 ihren Job
verlor. Die frühere Kellnerin in einem Fünfsternehotel hat keine Lehre
absolviert und keinen Schulabschluss. Den wird sie ab September AMS, das
die Ausbildung ursprünglich nicht fördern wollte, nachholen.
Wie kann es sein, dass hier ein VwGH-Erkenntnis offensichtlich ignoriert
wird? AMS-Sprecher Nosko versicherte gegenüber dem Falter: "Alle
Beraterinnen und Berater in Wien wissen über das Urteil Bescheid. Es hat
damals ein Rundschreiben an alle gegeben." In Wien würden solche
Methoden seither nicht angewandt. Es sei auch in Wien noch nie eine
Bezugssperre ausgesprochen worden. Anscheinend haben aber nicht alle das
Schreiben gelesen. Ein Testanruf des Falter beim AMS-Wien war
ernüchternd. Auf die Frage, ob ein Freund aus dem Projekt Phönix raus
könnte, sagt der Berater klar: "Er kann nicht einfach aussteigen. Da
gibt es Vereinbarungen zwischen dem AMS und den Firmen von dem Kurs. Nur
mit einem gravierenden Grund, wie Krankheit oder einem neuen Job, kommt
er raus. Wenn er aussteigt oder nicht mehr teilnimmt, bekommt er sechs
Wochen Bezugssperre. Beim zweiten Mal acht Wochen Sperre. Und dann beim
dritten Mal fällt er ganz raus."