So lange schlafen wir, Herr Bundeskanzler!

Langschläfer-Sager

Der Langschläfer-Sager von Kanzler Sebastian Kurz im Rahmen des Mindestsicherungs-Zwists zwischen Bundesregierung und Wiener Stadtspitze sorgt für viel Gespächsstoff – vor allem etliche Wiener fühlen sich auf den Schlips getreten. „Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten, und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen“, meinte Kurz am Rande der Regierungsklausur im niederösterreichischen Mauerbach in Richtung Bundeshauptstadt.

In der Bundeshauptstadt gebe es 13 Prozent Arbeitslose, das sei gleich dreimal so viel wie im westlichen Tirol und doppelt so viel wie in den anderen Bundesländern. Auch am meisten Obdachlose soll es in Wien geben. „Es ist keine gute Entwicklung, wenn immer mehr Menschen keine Arbeit haben und von der Mindestsicherung abhängig sind“, so Kurz weiter.

Dabei stehen wir Österreicher durchschnittlich um exakt 6.14 Uhr auf, da ist aber schon rund ein Viertel der Landsleute wach, 26 Prozent stehenschon zwischen 5.30 und 6 Uhr auf – so lautet das Ergebnis der Studienautorin Andrea Berger.

„Lebe von Mindestsicherung, bin trotzdem schon auf“
Auch in den sozialen Medien gingen die Wogen unter dem Hashtag #wienstehtauf hoch, zum Beispiel auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Unter anderem mit diesen Zitaten: „Gerade aufgestanden – gemerkt, dass ist nichts für mich – wieder hingelegt!“, oder „Ich lebe von der Mindestsicherung aber bin trotzdem schon auf. Jetzt auf die Bibliothek und dann eine Runde schwimmen, danach Therapie. Für über 50-jährige Akademiker gab es früher einmal Jobs.“

Studie: Österreicher schlafen im Schnitt 7,5 Stunden
Eine Studie der Medizinischen Universität Wien besagt, dass die Österreicher pro Nacht rund 7,5 Stunden im Schnitt schlafen. Allerdings leidet knapp die Hälfte an nicht erholsamen Schlaf. Die „Krone“ fragte am Freitag bei Menschen in den Bundesländern nach: „Wie lange haben Sie heute geschlafen?“

Wolfgang Furtlehner (56) aus Linz: „Um 8 Uhr stehe ich auf, um 10 Uhr starte ich in meiner Zahnarztpraxis mit der Arbeit.“

Andi Ebener (23) aus Innsbruck: „Ich bin um 5.55 Uhr aufgestanden. Danach hatte ich einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag.“

Karin Köck (36) aus Wien: „Ich bin Pädagogin im Sonderkindergarten und stehe jeden Tag um fünf Uhr auf.“

Isabella Jaunecker (25) aus Wien: „Als Volksschullehrerin in Ottakring bin ich seit 5.30 Uhr wach.“

Mireille Ngosso (38), Ärztin und Politikerin aus Wien: „Seit 25 Stunden im Dienst, 40 bis 50 Patienten versorgt.“

Otto Grossegger (43) aus St. Michael (Sbg.): „Ich stehe um 6 Uhr auf. Um 8 Uhr bin ich beruflich auf der Skipiste!“

Karin Jäger (38) aus Klagenfurt: „Ich stehe schon um 4 Uhr auf, weil ich in einer Bäckerei arbeite.“

Anita Schildberger (39) aus Erlauf (NÖ): „Mein Tag als sechsfache Mama beginnt jeden Tag um 6 Uhr!“

Nicole Schafflinger (41) aus Graz: „Ich stehe um 3.30 Uhr auf und beginne um 4.30 Uhr zu arbeiten.“

Martin Schwartz (49) aus Oberwart (Bgld.): „Ich stehe unter der Woche jeden Tag zwischen 5 und 6 Uhr auf.“

Quelle: https://www.krone.at/

4 thoughts on “So lange schlafen wir, Herr Bundeskanzler!

  1. der Entzug des Existenzminimums bedeutet in weiterer Folge den Tod der Betreffenden. Warum sollen Leute, die momentan keine Chance mehr am Arbeitsmarkt haben, (woran noch dazu die Konzernpolitik schuld ist), getötet werden? sind wir wirklich gar nichts wert? unsere Kinder?
    Jeder Ams-Mitarbeiter kann willkürlich über das Leben anderer entscheiden. Das soll die Gesetzgebung sein?

  2. was ist zumutbar? dass alleinerziehende Mütter in ein anderes Bundesland ziehen müssen, wegen einer Arbeit, die unsicher ist? sonst darf man nicht überleben?
    dass man von heute auf morgen in einen aufgezwungen Kurs gesteckt wird, wo man zu spüren bekommt, dass man minderwertig ist, keine Rechte und keinen freien Willen hat?
    dass man sich bewerben MUSS, in Ermessen des Betreuers, wobei jede Absage das Selbstvertrauen noch weiter nach unten bringt?dass man jeder Firma nach Verlangen des AMS die persönliche Daten (Lebenslauf), aushändigen muss? wenn diese Firma nicht vertrauenswürdig ist und mit den Daten nicht ordnungsgemäß umgeht, wer haftet dann?
    eine Bewerbung zu wenig und man könnte das Geld zum Leben verlieren.
    Arbeitslose können sich nicht entscheiden.
    In einem ” freien Land” ? In einer ” Demokratie”?

  3. wenn mir die Entscheidung über mein eigenes Leben entzogen wird, und somit die Verantwortung, wer trägt dann die Verantwortung? Mein Ams-BetreuerIn? der Bundeskanzler?

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